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Heilpflanzen Lehrpfad Wildschönau | Wildschönau Tourismus

Lehrreiche Wanderung über den Auenweg Wildschönau

Heilpflanzen Lehrpfad Wildschönau

Der Heilpflanzen Lehrpfad am Auenweg in Niederau wurde 2019 zusammen mit der Kräuterexpertin Sonja Seisl ins Leben gerufen.

Was ist das für eine Heilpflanze? Diese Frage wird nun geklärt und zwar am Auenweg in Niederau.
Entlang des gesamten Weges werden Tafeln mit den diversen Pflanzenbeschreibungen aufgestellt.
Dazu gibt es eine Broschüre mit den Pflanzenbeschreibungen zum Nachlesen.

Ackerschachtelhalm

Equisetum arvense|Pflanzenfamilie: Schachtelhalmgewächse
Tee, Bäder, Färbemittel
Zinnkraut schmeckt der Niere! Der Ackerschachtelhalm bildet im Frühjahr zuerst Sporentriebe und wächst dann wie eine kleine Tanne. Er senkt die Harnsäure, lindert rheumatische Beschwerden und festigt das Gewebe. Achtung bei eingeschränkter Herz- und Nierenfunktion! Geeignet ist der Ackerschachtelhalm für Tees und Bäder aber auch im Garten als Jauche oder Ansatz vertreibt er Läuse und unterstützt die Pflanzengesundheit. Verwechslungsgefahr besteht mit den weiteren Arten: Winter-Schachtelhalm, Riesenschachtelhalm oder dem Teich-Schachtelhalm, die leicht giftig sind!

Berg Ahorn

Acer pseudoplatanus|Pflanzenfamilie: Seifenbaumgewächse
Bienenweide, Zucker
Der Berg Ahorn kann über 30 Meter hoch und 500 Jahre alt werden. Tirols ältester Ahornbestand, der große Ahornboden, befindet sich im Naturschutzgebiet Karwendel. Der Blutungssaft im zeitigen Frühjahr wurde zur Zuckergewinnung genutzt. Der Saft kann auch zu einem most- oder weinähnlichen Getränk vergoren werden. Das Laub wurde früher den Schafen und Ziegen gefüttert oder als Einstreu im Stall verwendet. Für Pferde sind die reifen Früchte des Berg Ahorns hochgiftig! Für Bienen stellen
die Blüten im Frühjahr eine ergiebige Nektarquelle dar.

Gemeiner Augentrost

Euphrasia officinalis|Pflanzenfamilie: Sommerwurzgewächse
Tee, Augenbäder
Der Augentrost gibt dem dritten Auge Trost!
Der Augentrost ist ein Halbschmarotzer, der mit seinen Saugwurzelfasern aus den Wurzeln benachbarter Pflanzen fertige Nährlösungen aufnimmt. Deswegen wird er auch Milchdieb oder Bauernfeind genannt. In der Homöopathie wird Euphrasia bei Augenentzündungen eingesetzt. Als Tee äußerlich verwendet, werden triefende, verklebte, müde Augen sowie Bindehautentzündungen bei Mensch und Tier gelindert.

Bachbunge

Veronica beccabunga|Pflanzenfamilie: Wegerichgewächse
Wildgemüse, Tee
Die Bachbunge ist ein Mitglied der Ehrenpreisfamilie und wächst bevorzugt in Wassernähe. Deshalb wird sie auch Quellenehrenpreis genannt und zeigt sauberes Wasser an. Junge Blätter kann man in den Wildsalat mischen. Sie fördern die Verdauung und vertreiben die Frühjahrsmüdigkeit. Außerdem wächst die Bachbunge oft halb untergetaucht und bietet somit mehreren Tierarten einen geschützten Platz zur Fortpflanzung.

Echter Baldrian

Valeriana officinalis|Pflanzenfamilie: Geißblattgewächse
Bienenweide, Tee
Vor allem die beruhigende und nervenstärkende Wirkung des Baldrians ist bekannt. Katzen werden vom aromatischen Duft der Pflanzen magisch angezogen. Früher fehlte der Baldrian in keinem Bauerngarten, man glaubte er schütze vor bösen Dämonen. Die Bauern verwendeten Baldrian, wenn sich bei der Butterherstellung die Milch nicht vom Rahm trennen ließ. In diesem Fall goss man die Milch durch einen Baldriankranz.

Birke

Betula pendula|Pflanzenfamilie: Birkengewächse
Wildsalat, Tee, Birkenzucker, Salbe, Färbemittel, Birkenwasser
Die Birke ist der Baum des Neubeginns und ist der erste Baum im Frühling der Blätter treibt. Birkenwasser fördert die Stärkung des Körpers und war früher für seine haarwuchsanregende Wirkung bekannt. Die jungen Blätter in Salat oder als Tee getrunken wirken wassertreibend (Achtung bei eingeschränkter Herz- und Nierentätigkeit!). Auf der schönen weißen Rinde wurden Liebesbriefe geschrieben und sie wurde als Anzünder verwendet. Birkenhaine galten bei den Kelten als heilige Orte.

Blutweiderich

Lythrum salicaria|Pflanzenfamilie: Weiderich Gewächse
Tee, Salbe
Leider ist der Blutweiderich in Vergessenheit geraten. Er wurde früher als Blutstiller bei Nasenbluten oder bei Verletzungen aufgelegt. Salben wurden bei Hautausschlägen aufgetragen. Außerdem wurde der Blutweiderich zum Gerben von Fellen verwendet. Das lateinische Wort Lythrum kommt vom griechischen Wort lytron, das besudelt, blutüberströmt bedeutet. Eine Geschichte rankt sich um Johannes den Täufer, aus dessen Blut nach seiner Enthauptung die Pflanze gewachsen sein soll.

Blutwurz

Potentilla erecta|Pflanzenfamilie: Rosengewächse
Bienenweide, Tee, Salbe, Blutwurzschnaps, Färbemittel, Zahnpasta
Die Blutwurz ist auch unter den Namen Tormentill oder Rotwurz bekannt. Sehr beliebt ist die Blutwurz als Tinktur zum Gurgeln bei Hals- und Mandelbeschwerden. Sie gilt auch als Hausmittel bei Durchfällen. Eine alte Geschichte erzählt: Im Jahre 1348/49 herrschte im badischen Wiesental die Pest. In der Zeit als die Not am größten war, als Rettung unmöglich erschien, sei ein Vogel vom Himmel gekommen und habe folgendes Lied gepfiffen, so deutlich, dass alle es verstehen konnten: „Esst Tormentill und Bibernell, dann sterbt ihr nicht so schnell!“ (H. Marzell)

Brennessel

Urtica dioica|Pflanzenfamilie: Nesselgewächse
Wildgemüse, Tee, Färbemittel
Die Brennnessel ist von alters her eine sogenannte Universalpflanze. Als echte Rosskur gilt wohl, die Nesseln einzusetzen. Dabei schlägt man sich die Brennnessel auf die entzündete oder verspannte Stelle und fördert dadurch die Durchblutung. Brennnesseltee wird gerne zur Blutreinigung als Frühjahrskur getrunken. (Achtung: Den Tee nie über einen längeren Zeitraum trinken!) Die jungen Blätter sind sehr beliebt als Spinat oder in der Suppe. Die Brennnesselsamen sind ein echtes Kräftigungsmittel und zeichnen sich besonders durch den hohen Eisengehalt aus. Die Wurzeln werden gerne für Haarspülungen genommen. Der Brennnessel wird nachgesagt, dass sie schlechte Gedanken, Neid und Missgunst anderer Menschen abfangen kann und wurde deshalb rund um Haus und Hof gepflanzt. Als Jauche und Auszug unterstützt sie die Gesundheit der Pflanzen im Garten und wirkt schneckenabwehrend. Schmetterlingsraupen
brauchen die Brennnessel als Nahrung und sollen daher in keinem naturnahen Garten fehlen.

Brombeere

Rubus fruticosus|Pflanzenfamilie: Rosengewächse
Wildfrüchte, Bienenweide, Tee, Färbemittel
Die Brombeere wächst auf Schuttplätzen, Kahlschlägen sowie Wegböschungen und zeigt fetten, nährstoffreichen Boden an. Brombeerblätter sind wegen des Gerbstoffgehaltes ein altes Hausmittel bei Durchfallerkrankungen und entzündeten Schleimhäuten. Früher kaute man junge Blätter zur Kräftigung des Zahnfleisches. Die Brombeerenfrüchte werden gerne zu Sirup, Gelees oder Marmeladen verarbeitet und stärken das Immunsystem!

Gemeine Brunelle

Prunella vulgaris|Pflanzenfamilie: Lippenblütler
Wildgemüse, Wundsalbe, Tee
Die gemeine Brunelle ist ein beliebtes Mittel bei Heiserkeit und wird daher auch Sängerkraut genannt. Sie wird gerne zur Anregung der Wundheilung verwendet (Salben, Tees). Außerdem schmeckt die Brunelle gut im Wildkräutersalat oder verfeinert Aufstriche und Suppen. Als kalifornischeBlütenessenz regt sie die Selbstheilungskräfte an!

Düsen-Springkraut

Impatiens glandulifera|Pflanzenfamilie: Springkrautgewächse
Bienenweide, Bachblüte
Die Pflanze gegen die Ungeduld wird als Bachblüte Impatiens verwendet. Sie ist im frischen Zustand leicht giftig! Als Zeigerpflanze wächst sie am liebsten auf nährstoffreichen, fetten Böden und beim Wasser. Der Nektar der Blüten, der einen hohen Zuckergehalt hat, wird gerne von Bienen und Hummeln gesammelt. Die Samen sind ölhaltig und schmecken nussig.

Eberesche

Sorbus aucuparia|Pflanzenfamilie: Rosengewächse
Wildfrüchte, Bienenweide, Tee
Die Eberesche zählt zu den edlen harmonischen Rosengewächsen. Somit ist
sie ein Baum der Harmonie aber auch ein Baum des Lebens, dessen rotenFrüchte (Vogelbeeren) seit Urzeiten für Lebenskraft und Fruchtbarkeit stehen. Der Vogelbeerschnaps ist unter Kennern sehr beliebt! Die Vogelbeeren werden wegen des hohen Vitamin C Gehaltes auch die Zitronen des Nordens genannt. Gesammelt werden die vollreifen Früchte, am besten nach dem ersten Frost und dann mit Apfel zu einem Mus verkocht. Roh gegessen sehr bitter wegen der enthaltenen Parasobinsäure deswegen kann beim Verzehr größerer Mengen Unwohlsein und Erbrechen auftreten.

eiche

Quercus|Pflanzenfamilie: Buchengewächse
Bachblüte, Kaffee, Färbemittel, Salbe, Tee
Es gibt 2 Arten: die Trauben-Eiche oder die Stiel-Eiche. Sie ist ein robuster, widerstandsfähiger knorriger Baum, der über 1000 Jahre alt werden kann. In der Antike genoss die Eiche als heiliger Baum uneingeschränkten Schutz. Der Blitz und die Eiche bilden in der Mythologie ein untrennbares Kräftepaar. Eichen strahlen ein Gefühl der Stärke, Sicherheit, Geborgenheit und der Willensstärke aus. Eichenholz hat eine hohe wirtschaftliche Bedeutung. Fast alle Eichenvorkommen sind von sinkendem Grundwasserspiegel, Klimawandel und der Ozon- und Luftverschmutzungbedroht. Eine von Europas ältesten Eichen steht in Bad Blumau (Steiermark). Sie soll über 1000 Jahre alt sein.
 

Gemeine Fichte

Picea abies|Pflanzenfamilie: Kieferngewächse
Bäder, Salbe, Bienenweide, Harz, Sirup, Tee
Die Fichte oder Rottanne ist bei uns ein weitverbreiteter Baum. Der bis zu 60 Meter hoch werdende Baum hat eine rotbraune bis graubraune Borke und kann ein Alter bis zu 600 Jahren erreichen. Die Fichte ist ein Flachwurzler. Die ätherischen Öle der Fichte wirken schleimlösend und regen die Durchblutung an. Schon Hildegard von Bingen bezeichnete die Fichte als Sinnbild der Kraft und Hoffnung. Das Fichtenharz wird auch als Weihrauch des armen Mannes bezeichnet, es wirkt keimtötend und Raumluft desinfizierend.

Gemeiner Frauenmantel

Alchemilla xanthochlora|Pflanzenfamilie: Rosengewächse
Tee, Salbe
Das Alchimistenkraut ist vor allem als Frauenheilpflanze bekannt – gleicht bei der Frau alles aus, was aus dem Gleichgewicht ist. Durch den hohen Gerbstoffgehalt ist er auch zur Unterstützung der Wundheilung beliebt. Der morgendliche Tautropfen auf den Blättern wird auch Königstropfen genannt. Er war sehr beliebt bei Mädchen mit unreiner Haut und zur Erfrischung, aber auch zur Beruhigung. Einfach das Blatt nehmen und damit auf derSchläfe berühren. Junge Blätter werden gerne mit Löwenzahnblätter in den Salat, vor allem zum Kartoffelsalat, verwendet.

Gänseblümchen

Bellis perennis|Pflanzenfamilie: Korbblütler
Essbare Blüten, Tee, Salbe
Das natürliche Antidepressivum bringt die heile Welt zurück! Das Gänseblümchen wird auch „Arnika für Kinder“ genannt, da es viele Vitamine enthält. Die lieblichen Blüten verschönern Salate, Suppen, Aufstriche oder Kuchen und helfen uns bei der Anregung und Aktivierung des Gesamtstoffwechsels. Der Name Maßliebchen zeigt die große Wertschätzung im Mittelalter. Bleiben morgens die Gänseblümchenblüten geschlossen, wird tagsüber kaum die Sonne scheinen und es ziemlich sicher noch regnen.

Gänsefingerkraut

Potentilla anserina|Pflanzenfamilie: Rosengewächse
Wildgemüse, Tee
Wie der alte Name Krampfkraut schon sagt, wurde es bei Krämpfen (Menstruationsbeschwerden, Bauchweh bei Babys) als Tee verwendet. Junge Blätter in den Salat gemischt helfen der Verdauung.

Giersch

Aegopodium podagraria|Pflanzenfamilie: Doldenblütler
Wildgemüse, Tee
Der Giersch, auch Erdholler oder Geißfuß genannt, ist häufig auf Wiesen oder im Garten vertreten. In früheren Zeiten sagten die Bauern: jeden Tag ein Blatt Giersch und man wird keine Probleme mit Gicht und Rheuma bekommen. Er vermag es die Harnsäure zu lösen und wirkt entgiftend, schmeckt petersilienartig und ist in der Küche vielseitig anzuwenden z.B. Knödel, Salat, Spinat, Suppen Der Name Aegopodium leitet sich aus den griechischen Wörtern für Ziege und Füßchen ab, wegen der einem Ziegenfuß ähnelnden Kronblättern.

Grundelrebe

Glechoma hederacea|Pflanzenfamilie: Lippenblütler
Wildgemüse, Salbe, Tee
Über die Gundelrebe oder Gundermann sagt man, dass sie Gund (Eiter, giftiges Körpersekret) ausleitet und Blei aus dem Körper schwemmt. Daher auch der Name Gundkraut. Die Gundelrebe ist ein Bodendecker, die den Boden nicht austrocknen lässt und in jedem Garten toleriert werden sollte. Gemeinsam mit Brennessen, Schafgarbe und Spitzwegerich gehört die Gundelrebe in die Gründonnerstagssuppe. Für Pferde ist die Gundelrebe giftig aber auf den Menschen hat sie eine Reizwirkung und Anregung auf fast aller Körperorgane und hebt damit das Wohlbefinden (nicht überdosieren!). Gourmettipp: 3 Blätter in einer Rahmsoße ergeben ein herrliches Aroma oder in einen guten Essig einlegen!

Hagebutte

Rosa canina|Pflanzenfamilie: Rosengewächse
Wildfrüchte, Bienenweide, Tee, Salbe, Bachblüte, Färbemittel
Die Hagebutte, auch Hundsrose oder Hetschepetsch genannt, ist eine wertvolle Pflanze, deren Früchte im Tee nicht nur angenehm schmecken, sondern gerade in Erkältungszeiten das Immunsystem stärken. Wildrosen sind ungefüllt, blühen einmal im Jahr, besitzen fünf Blütenblätter und bilden Hagebutten aus. In Europa findet man von den 120 bekannten Arten, die Hundsrose ist die häufigste. Hagebuttenmarmelade schmeckt sehr gut und ist sehr vitaminreich. Die Blüten der Hagebutte in ein wertvolles Öl eingelegt,
ergeben ein wunderbares Hautöl. Die Rose öffnet das Herz für Annäherung und Versöhnung mit sich selbst. Sie stärkt die Nerven, hellt die Stimmung auf und eröffnet den Weg zur Harmonie. Sie schützt und stärkt die Aura und das Herzchakra.

Haselnuss

Corylus avellana|Pflanzenfamilie: Birkengewächse
Wildfrüchte, Bienenweide, Tee, Öl
Die Haselnuss blüht schon ab Februar/März vor dem Laubaustrieb und ist somit ein wichtiger Pollenlieferant für Bienen. Haselnusskerne weisen einen sehr hohen Ölgehalt (bis zu 65%) auf, wobei die Ölsäure den Ton angibt. Sie enthalten noch B-Vitamine, zahlreiche Spurenelemente und Enzyme. Das Haselnussöl weist ein feinnussiges Aroma auf und ist für Salate, Desserts, Müslis oder Vollwertgerichte beliebt. Achtung bei Nussallergie!

Himbeere

Rubus idaeus Pflanzenfamilie: Rosengewächse
Wildfrüchte, Bienenweide, Tee
Die jungen Himbeerblätter im Frühling gesammelt werden für Tee getrocknet! Sie wirken gesundheitsfördernd und helfen bei Schleimhautentzündungen. Hebammen empfehlen Himbeerblättertee ab dem 5. Schwangerschaftsmonat zur Geburtsvorbereitung. Die Blüten der Himbeere sind eine wichtige Nektarquelle für Bienen und andere Insekten. Die vitaminreichen Beeren werden gerne zu Säften, Gelees oder Marmeladen verarbeitet.

Hirtentäschel

Capsella bursa-pastoris Pflanzenfamilie: Kreuzblütler
Wildgemüse, Tee, Öl
In der Volksheilkunde gilt Hirtentäschel oder Herzkraut als Blutstillerin der Gebärmutter. Die jungen Hirtentäschelblätter schmecken sehr gut im Salat. In der Homöopathie ist sie als hilfreiches Mittel bei reichlichen Blutungen aus allen Teilen des Körpers bekannt. Interessant ist auch, dass man an einer Pflanze oben noch Blütenknospen, darunter geöffnete Blüten und weiter unten die gestielten herzförmigen Kapselfrüchte sieht. Achtung bei Schwangerschaft nicht verwenden!

Schwarzer Holunder

Sambucus nigra|Pflanzenfamilie: Moschuskrautgewächse
Wildfrüchte, Tee, Färbemittel, Sirup
„Vor dem Holunder soll man den Hut ziehen“ lautet ein altes Sprichwort!
Der Holunder gilt seit jeher als Schutzpflanze für Haus und Hof und ist zusammen mit der Brennessel, ein Begleiter von Mensch und Tier. Die Blüten im Frühling gesammelt, werden für Tee (Schwitz- und Fiebertee), Gelee, Sirup oder auch in der Küche als Kiachl (Süßspeise) zubereitet. Die Blätter wurden früher den Tieren verfüttert da sie gesundheitsfördernd waren. Die Holunderbeeren sind roh giftig und sollen gut abgekocht werden, bevor man sie zu Saft, Marmelade oder Sirup verarbeitet. Sie sind ein wahrer Immunstärker für den Winter!

Durchlöchertes Johanniskraut

Hypericum perforatum|Pflanzenfamilie: Hartheugewächse
Färbemittel, Tee, Öl
Das Johanniskraut hat am 24. Juni (Johannistag) seine höchste Wirkung. Die Blüten werden für das beliebte Rotöl gesammelt. Johanniskraut hilft Menschen, die keine Sonne mehr sehen! Somit gilt sie als Sonnenpflanze und wird auch Arnika der Nerven genannt. Zu beachten ist, dass sie lichtempfindlich macht und bei der Verhütung die Wirkung der Pille beeinträchtigen kann. Eine alte Geschichte erzählt: Das Hypercin (roter Saft) entstand als ein Jäger in den Wald ging, um einem Hirsch zu jagen. Doch der Hirsch entkam dem Pfeil und traf stattdessen eine Elfe bei der Flucht. Ihr Blut tropfte auf eine gelbe Blume. „Eisenhart (Eisenkraut) und Hartenau (Johanniskraut) brennt an, dass sich das Wetter stau“ als Gewitter Schutzräucherung.

Lärche

Larix decidua|Pflanzenfamilie: Kieferngewächse
Bäder, Bachblüte, Salbe, Harz
Die Lärche ist eine Besonderheit im Reich der Nadelbäume, denn sie verliert
jedes Jahr ihre Nadeln. Geräuchert ist sie seit Urzeiten Symbol für den Neuanfang, Wagemut, Erneuerung. Der Sage nach leben bei den Lärchen die Saligen, die weisen Frauengeister, die den Menschen meistens wohl gesonnen sind. Das typische Wurzelsystem ist das Herzwurzelsystem, dadurch geht sie tief in skelettreiche Böden. Lärchenterpentin (Harz) wird in Form von Salben, Emulsionen, Zugpflastern oder in Bademittelen angeboten. Man benutzt es bei Atemwegserkrankungen, rheumatischen Beschwerden oder zur Wundheilung.

Löwenzahn

Taraxacum officinale|Pflanzenfamilie: Korbblütler
Wildgemüse, Bienenweide, Färbemittel, Tee, Kaffee
Früher war der Löwenzahn als Röhrl Salat (Stängel und Blätter) beliebt. Die Wurzeln wurden als Kaffeeersatz verwendet. Junge Blütenknospen werden gerne in Essig eingelegt und als Kapernersatz verwendet. Die Blüten werden zu Löwen- zahnhonig oder Sirup verarbeitet. Am bekanntesten ist seine leberanregende Wirkung und die enthaltenen Bitterstoffe, soll daher nur in Maßen gegessen werden. Die Bitterstoffe bringen die Verdauung in Schwung und sind gut fürs Gemüt. Etwas weniger bitter sind die ganz jungen Blätter. Da Löwenzahn entwässernd wirkt, ist er gut für die Niere und Leber und wirkt zudem blutreinigend.

Echtes Mädesüß

Filipendula ulmaria|Pflanzenfamilie: Rosengewächse
Bienenweide, Tee, Färbemittel
In der Volksheilkunde wird das Mädesüß, Wiesengeißbart oder Spierstaude genannt und wegen des Salizylgehaltes gerne bei Erkältungskrankheiten eingesetzt. Die Blüten riechen angenehm süßlich und werden gerne von Bienen besucht. Ein weiterer Name ist Immenwohl. Früher wurden Bienenstöcke damit eingerieben, damit sie sich in der neuen Behausung wohl fühlten. Die Blüten wurden früher wie Holunderblüten als Kiachl oder Sirup zubereitet.

schafgarbe

Achillea millefolium|Pflanzenfamilie: Korbblütler
Wildgemüse, Tee, Salbe, Färbemittel, Bienenweide
Sie wird auch die Augenbraue der Venus genannt! Junge Blätter enthalten viele Mineralien und verfeinern Aufstriche und Salate. Nicht nur als Frauenheilpflanze, sondern auch als Universalpflanze für die Kräftigung des gesamten Organismus ist sie sehr beliebt. In der Gründonnerstagsuppe gekocht soll die Schaftgarbe mit weiteren Kräutern das ganze Jahr gesund erhalten. Als Jauche oder Pflanzenauszug wird die Schafgarbe zum Düngen und als Vorbeugung von Krankheiten der Pflanzen verwendet, deswegen wird sie auch als Bodenheilerin bezeichnet.

schlangenknöterich

Persicaria bistorta|Pflanzenfamilie: Knöterichgewächse
Wildgemüse, Tee
Man findet den Schlangenknöterich meist in ausladenden Beständen auf feuchten Wiesen. Besonders häufig ist der Schlangenknöterich in höheren Lagen anzutreffen. Der in der Naturheilkunde benutzte Wurzelstock weist einen hohen Gehalt an Gerbstoff und Stärke auf. Die Wurzeln des Schlangenknöterich eignen sich besonders gut zur Behandlung von Durchfall. Auch die oberirdischen Teile des Schlangenknöterichs werden genutzt. Die jungen Blätter der Pflanze werden wie Spinat zubereitet; der Schlangenknöterich wird deshalb auch in manchen Bauerngärten angebaut.

Spitzwegerich

Plantago lanceolata|Pflanzenfamilie: Plantanengewächse
Wildgemüse, Tee, Wundsalbe
Der Spitzwegerich ist erste Hilfe bei Insektenstichen! Ein Blatt wird geknickt, man beißt kurz darauf herum, damit sich der entzündungshemmende Wirkstoff schneller löst, und reibt den Stich mit dem Blatt ein. Spitzwegerichsirup ist beliebt als Hustenmittel und allgemein unterstützend für die Lunge. Er wirkt antibiotisch und fördert den Auswurf. Junge Spitzwegerichblätter schmecken auch gut in Aufstrichen, Knödeln oder Spinat. Alte Kräuterfrauen wussten, dass man Blutreinigungen am besten im Frühjahr durchführt, sobald die Spitzwegerichblätter kommen. Am ersten Tag ein Blatt essen, am nächsten Tag zwei und so weiter bis man zu einer Tagesdosis von 15 Blättern kommt. Danach reduziert man wieder Tag für Tag, bis man bei null Blättern angelangt ist.

Waldengelwurz

Angelica sylevestris|Pflanzenfamilie: Doldenblütler
Räucherpflanze, Tee, Salbe
Die Waldengelwurz oder Brustwurz ist eine zweijährige Pflanze, die im ersten Jahr die Blätter ausbildet und im zweiten Jahr blüht. Angelica wirkt antiseptisch und abwehrkraftsteigernd. Sie ist ein typisches Amarum aromaticum, deren Wirkung auf das ätherische Öl und Bitterstoffe zurückgeht. Geräuchert erinnert die Engelwurz an eine tanzende Waldnymphe, die Lichtplätze anzeigt. Sie ist eine Lichtbringerin unter den Räucherpflanzen und umhüllt uns mit einem schützenden Lichtmantel.