Besondere Orte zum Abschalten

Genussplätze in der Wildschönau

Wer die Wildschönau schon kennt, weiß: Die Region steckt voller besonderer Plätze und sehenswerter Winkel. Neben beliebten Ausflugszielen gibt es aber auch ruhige Genussplätze, die man nicht unbedingt auf den ersten Blick entdeckt. Mit unseren sieben besonderen Orten zeigen wir Ihnen die Wildschönau von ihrer entspannten Seite – mit wunderschönen Ausblicken, kleinen Geheimtipps und Momenten zum Innehalten abseits der üblichen Wege.

Am Wasserfall

Gressenstein Wasserfall in Auffach

Auf dem Weg zur Gressensteinalm kommt man am Gressenstein-Wasserfall vorbei. Das Wasser stürzt hier das ganze Jahr über mit beeindruckender Kraft ins Tal. Nur wenig weiter oben, unter dem Großen Beil – dem höchsten Gipfel der Wildschönau – liegt der Ursprung der Wildschönauer Ache. Von dort fließt das Wasser durch das Almengebiet, die Kundler Klamm und weiter bis ins Schwarze Meer. Der Wasserfall ist ein Ort zum Innehalten und Durchatmen. Die frische Gischt, die klaren Bäche und kleinen Bergseen rund um die Alm machen die Kraft und Bedeutung des Wassers spürbar. Wasser steht hier für Leben, Erneuerung und den Kreislauf der Natur.

Doch nicht nur das Wasser prägt diesen besonderen Ort – auch viele Geschichten ranken sich um die Gegend. Wer mehr darüber erfahren möchte, sollte den nahegelegenen „Glockhausstein“ besuchen.

Am Hängemattenplatz

Panoramaplatz Foisching in Niederau

Hoch über Niederau, auf der Sonnenseite des Tales, lässt sich das Leben so richtig genießen. Über der Jausenstation Foisching befindet sich ein kleiner, feiner Panoramaplatz. Dort am Waldrand nimmt man entweder auf der Sitzgruppe Platz – hier hat man einen wunderbaren Überblick über die vordere Wildschönau. Meist lässt sich von hier aus auch die Rotwildherde im Gehege beobachten. Die Wiesen davor sind bis in den Frühsommer hinein von einer üppig bunten Blumenpracht übersät. Oder man lässt einfach alle Viere gerade sein und wählt die Hängematte zum Entspannen, Schaukeln und Träumen. Es ist einer der sonnigsten Plätze der Wildschönau – ein Ort, an dem man bis zum Sonnenuntergang einfach nur genießen kann.

Am Labyrinth

Steinlabyrinth in Thierbach

Wann war der Anfang, wann wird das Ende sein? Wie geht es weiter? Wie finden wir zu unserer Mitte? Wir alle stellen uns dieselben Lebensfragen und wissen, dass das Leben nicht geradlinig verläuft. Ein Labyrinth kann symbolisch unseren Lebensweg darstellen. Jeder Lebensweg ist voller Höhen und Tiefen, Wendungen und Umwege, Zweifel, Sorgen und Ängste, aber auch voller Hoffnung und Zuversicht. Im Gegensatz zu einem Irrgarten gibt es im Labyrinth nur einen eindeutigen Weg – man kann sich nicht verirren und darf darauf vertrauen, dass man in der Mitte ankommen wird. Der Weg im Labyrinth ist vorgegeben und führt schließlich zum Ziel. Das Steinlabyrinth in Thierbach ist ein schöner, ruhiger Ort für Meditation, zum Nachdenken oder einfach, um die gute Luft und die Aussicht zu genießen.

Bankerl neben der Gernalm

Gernalm in Auffach

Manchmal wünscht man sich im Leben, man könnte kurz auf „Pause“ oder „Reset“ drücken. Einen Moment lang anhalten, durchatmen, still sein und innehalten. Es gibt besondere Orte, die genau dazu einladen – so wie das Bankerl samt Marterl neben der Gern Alm. Einfach sitzen, schauen und sein. Im Hier und Jetzt, nicht mehr und nicht weniger. Aus solchen kleinen Augenblicken, sei es im Urlaub oder zuhause, lässt sich viel Kraft für den Alltag schöpfen. Das „Gern-Bankerl“ ist so ein echtes Lieblingsplatzl – ob bei einer Wanderung am Schatzberg-Rundweg, auf einer Bike-Tour oder im Winter beim Skifahren.

Bankerl bei der Achentalalm

Kragenjoch in Oberau

Die Landschaft rund um die Achentalalm und das Kragenjoch wirkt manchmal wie aus einer anderen Welt. Überwachsene Steine und alte Holzstöcke auf den Almflächen erinnern beinahe an kleine Mondlandschaften. Im Frühling verwandelt sich die Gegend in ein buntes Blütenmeer aus Enzian, Alpenglöckchen und Krokussen – eine Blumenvielfalt, wie sie sonst kaum irgendwo in der Wildschönau zu finden ist. Das Kragenjoch ist tatsächlich etwas ganz Besonderes: Während die umliegenden Berge aus Schiefer bestehen, steht man hier auf dem einzigen Kalkberg der Wildschönau. Mit etwas Glück lassen sich sogar große Gamsherden beobachten. Und der Sonnenaufgang mit Blick auf den Wilden Kaiser ist schlicht beeindruckend.

Wer sich Zeit nimmt, in die Flora, Fauna und die besondere Landschaft einzutauchen, wird am Kragenjoch immer Neues entdecken. Ein kleiner Berg mit großer Vielfalt – und ein wunderbarer Ort, um Kraft zu schöpfen und Ruhe zu finden, Sommer wie Winter.

Bank am Bauernhof "Ebersleith"

Weg des Vertrauens in Mühltal

Auch wenn es nach außen meist nicht sichtbar ist: Wir alle haben auf unserem Weg mal mehr, mal weniger stark mit Krisen und Problemen zu kämpfen. Jeder und jede von uns braucht bestimmte Säulen, die Halt geben und die uns in schweren Zeiten stützen. Für den einen ist es Vertrauen in die Gemeinschaft, für die andere Selbstvertrauen oder Vertrauen in die Liebe.
Es ist wichtig und gut, wenn wir uns immer wieder bewusst Zeit und Raum geben, um in unser Inneres zu schauen und hinein zu spüren. Der Weg des Vertrauens an der Wildschönauer Ache bietet eine schöne, ruhige Möglichkeit für eine bewegte Innenschau mit vielen Anstößen für innere Bilder, Gedanken, Gefühle und vielleicht Erkenntnissen über uns Selbst.

Kapelle an der grenze zum brixental

Halsgatterl in Niederau

Das Halsgatterl liegt direkt an der Grenze zwischen der Wildschönau und dem Brixental. Doch dieser Ort ist weit mehr als nur ein Übergang zwischen zwei Tälern – er ist seit jeher ein Platz der Begegnung und des Miteinanders. Einer Sage zufolge begegneten sich hier, in einer sehr dramatischen Zeit, die Vorfahren der Wildschönauer und der Brixentaler zum ersten Mal. An diesem besonderen "Gatterl" haben sie sich vermutlich zum ersten Mal „gehalst“, wie man im Dialekt sagt – also herzlich in die Arme genommen.

Am Halsgatterl steht außerdem eine Kapelle. Sie wurde aus tiefer Dankbarkeit nach einer überstandenen Krankheit in feinster Handarbeit errichtet. Ein Kreuzweg führt hinauf zur Kapelle und lädt zum Nachdenken und Innehalten ein. An klaren Tagen reicht der Blick von hier bis zu den höchsten Bergen Österreichs. Dieser Platz ist somit nicht nur ein geografischer Übergang, sondern auch ein Symbol für Begegnung, Gemeinschaft und gelebten Glauben – damals wie heute.